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  • 15. Jul. 2009

    Es ist wie ein böser Countdown. Jeden Tag werden neue Zahlen veröffentlicht, welche die Ausmasse der amerikanischen Grippe beschreiben sollen. 4057 Infektionen gibt es bis zum heutigen Tag. 24 Menschen starben in Thailand am H1N1 Grippevirus. Soweit die offiziellen Zahlen. Wie sieht das tägliche Leben unter dem Eindruck der Schweinegrippe aus?

    Das Leben ist nicht mehr so wie es vorher war. Die Furcht vor dem Virus ist bis in die entlegensten Winkel des Landes gekrochen. Seit einigen Tagen sieht man in Thailand vermehrt Menschen mit Atemmasken. Vorbeugend, weil jemand bereits angesteckt ist oder aus allgemeiner Rücksicht. In Geschäften, Kliniken, Märkten, auf der offenen Strasse, eigentlich überall wo Menschen aufeinander treffen. Manchmal werden die Träger der Masken schief angesehen. Ist ja vielleicht alles nur Übetreibung? Oder aber, steht hinter der Trägerin bereits die Ansteckungsgefahr?

    Es klingt entsetzlich, dass durch den Virus Todesfälle zu beklagen sind. Jedoch hat jede Grippe-Epedemie Todesfälle zur Folge. Bis jetzt liegt die Todesrate bei weltweit ca. 0,5% schreibt der Spiegel. Der Wert liege nur leicht über dem einer normalen Grippe-Epedemie.
    Der Verlauf hier wird zeigen, wie die Verbreitung der Influenza verläuft. Auch, ob das tragen von Atemmasken einen spürbaren Beitrag zur Entlastung liefert. Ein bissel komisches Gefühl bleibt aber, wenn man die zunehmende Zahl Menschen mit Atemmasken sieht.

    Falls ich mich recht entsinne ist der Virus bereits in mehr als 120 Ländern registriert worden, darunter 39 europäische Länder. Die weltweite Verbreitung ist also Realität. Am 6. Juli 2009 zählte Deutschland rund ein Viertel der Krankheitszahlen, die zu diesem Zeitpunkt aus Thailand bekannt waren. Glücklicherweise blieben Todesfälle in Deutschland bisher aus. Für Deutschland wird erst im Spätherbst/Winter mit einem starken Ansteigen der Krankheit gerechnet.

    Thailand ist intensiv bemüht, die Grippe H1N1 einzudämmen. In Bangkok wurden vorübergehend mehr als 400 Schulen geschlossen. 2 Millionen Dosen Impfstoff werden bei einem grossen Pharma-Konzern geordert. Zusätzlich 10 Millionen Tabletten oseltamivir (Tamiflu). Die Impfstoffe sollen vorrangig für Risikogruppen wie Kinder, Schwangere, und chronisch Kranke verwendet werden.Thailand forscht an einem massenwirksamen Impfstoff der in ca. 5 Monaten zur Verfügung stehen soll.

    Bis ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, ist es vielleicht keine schlechte Idee, mit einer Atemmaske in der Öffentlichkeit zu erscheinen? Die WHO ist allerdings der Meinung, die Grippe mit dem Virus H1N1 ist nicht mehr zu stoppen. Vielleicht ist es sogar besser, die Infektion einzufangen um daraufhin immun zu sein? Den Verlauf der H1N1-Grippe könnte man gelassener verfolgen. Zumindest solange, bis mutierte Varianten vom Virus eine starke Verbreitung finden.

    In Thailand ist Händewaschen als eine der vorbeugenden Massnahmen gegen die Virusübertragung nicht so bedeutend wie etwa in europäischen Ländern. In Thailand wird mit dem Wai gegrüsst. Die Hände werden zusammengefaltet vor dem Körper zur begrüssenden Person gerichtet. Eine Berührung findet nicht statt. Das gilt jedoch nur für den öffentlichen Bereich. Personen die sich sehr gut kennen, haben, wie überall auf der Welt, keine Bedenken eines Körperkontaktes.

    Laien sind laut WHO nicht in der Lage die Virusinfektion H1N1 von anderen Grippearten zu unterscheiden. Es können gängige Beschwerden wie Kopf und Gliederschmerzen, Fieber, Husten, trockener Hals und laufende Nase auftreten. Nur ein Mediziner kann feststellen um welchen Virus es sich handelt.

    Die Übertragung von Grippevieren passiert überwiegend durch sprechen, niesen und husten, auf Personen in einem Umkreis von etwa 1 Meter. Die WHO hält andere Massnahmen für wichtiger als das Tragen von Atemmasken: Mindestens einen Meter Abstande zu anderen Personen halten, Hände waschen, möglichst wenig Kontakt mit anderen Personen haben bzw. die Zeit in stark frequentierten öffentlichen Räumen und Gebieten kurz halten, Fenster möglichst oft und lange offen halten.

    Zu den Risikogruppen gehören auch Asthmatiker und stark übergewichtige Personen.

    WHO: Pandemic (H1N1) 2009
    Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro Europa (deutsch) Influenza A H1N1

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    7 Kommentare »

    1. Flug schreibt:

      Erschreckend zu lesen, dass das Virus mittlerweile auch in Thailand immer schlimmere Ausmaße annimmt. Ich selbst werde ab Oktober für ein halbes Jahr ein Auslandssemester in Thanyaburi (knapp 2 Std. außerhlab von BKK) machen und fühle mich jetzt ehrlich gesagt ein wenig beunruhigt. Die Vorstellung in den Vorlesungen eine Atemmaske zu tragen finde ich nicht grade prikelnd…

      Wie sind denn die gesundheitlichen Einrichtungen in Thailand zu beurteilen?

      Gruß,
      Sebastian

      24. Aug. 2009 | #

    2. klaus schreibt:

      Ich glaube, im Oktober ist hier die Schweinegrippe schon abgeebbt. Bereits jetzt hat sich die Zahl der Atemmaskenträger wesentlich reduziert. Nach den zur Verfügung stehenden Angaben der WHO ist die Zahl der Todesfälle nicht höher als bei jeder gewöhnlichen Grippe.

      Die medizinische Versorgung in Thailand muss man in mehreren Stufen betrachten. Je nach Geldsituation der Kranken ist auch die Qualität der medizinischen Versorgung gestaffelt. Mit einer Auslandskrankenversicherung, die es in Deutschland sehr preiswert gibt, bist Du privilegiert, medizinische Einrichtungen aufzusuchen, die Behandlungen nach europäischem Standard bieten.

      24. Aug. 2009 | #

    3. Flug schreibt:

      danke für die schnelle antwort…ist ja schonmal beruhigend zu hören das der virus zurückgeht!! denke auch das die schweinegrippe zur zeit etwas zu “gefährlich” gesehen wird. man sollte sie nichrt missachten, jedoch sollte man auch sehen, wie du bereits angemerkt hast, das bis jetzt nicht mehr todesopfer zu beklagen sind als bei jedem anderen grippevirus auch!

      bzgl der krankenkasse: bist du denn über einen deutsche krankenkasse versichert oder wie machst du das???

      viele grüße,
      sebastian

      1. Sep. 2009 | #

    4. Giovanni schreibt:

      Ich komme gerade aus Thailand zurück (BKK, Hua Hin, Pranburi), und habe dort weder eine Hysterie der einheimischen Bevölkerung, noch besonders auffällige Vorsichtsmassnahmen erlebt, ebenfalls selten eine Person mit Atemmaske gesehen (und dies vornehmlich von arbeitenden Menschen im dichten Strassenverkehr als Schutz vor den Autoabgasen, wie z.B. bei einigen Strassenkehrern). Die Thais sind gelassene und pragmatische Menschen, alles Übertriebene liegt ihnen fern – (im Gegensatz zu uns Europäern!).

      Man sollte den Virus H1N1 sicherlich nicht unterschätzen, aber ich möchte dringend vor einer Dramatisierung des aktuellen Zustands und möglicher weiterer Konsequenzen warnen. Das führt nur in eine einzige Richtung: in die der allgemeinen und permanent wachsenden Angst. Und dies ist ein idealer Nährboden sowohl für H1N1-Infektionen, als auch für zahlreiche weitere Krankheiten.

      9. Sep. 2009 | #

    5. Flug schreibt:

      @ Giovanni: Genau dieselbe Auffassung vertrete ich auch. Es ist schlimm wie schnell eine Massenhysterie heutzutage vom Zaun gebrochen wird. Dummerweise erwischt man sich selbst immer häufiger das man daruaf auch noch reinfällt. Die Kommentare hier im Blog lassen mich meinem Thailandaufenthalt nun doch um einges gelassener entgegen sehen.
      Danke für eure Informationen.

      Weiterhin gute Reise 😉
      Gruß,
      sebastian

      10. Sep. 2009 | #

    6. Zolldan schreibt:

      Hallo liebe Leser,meine große Sorge ist, das die Thailändichen Behörden denn Touristen, die Einreiseverweigern, wird es Geschehen ?? Dann kann ich mein Urlaub vergessen. Zolldan

      2. Nov. 2009 | #

    7. Praecox schreibt:

      @ Zolldan.Du solltest am Flughafen nicht auffällig rumniesen. Selbst wenn du nur einen Schnupfen hast 😉 Leute, werdet wieder normal! An der normalen Grippe sterben bei uns jedes Jahr 1000 x mehr Menschen. Ich kann dieses Getue um die Schweinegrippe schon nicht mehr hören!
      Gruß, Praecox

      27. Nov. 2009 | #

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