• Kategorien

  • Archiv

  • 1. Sep. 2007

    Menschen mit weisser bzw. sehr heller Hautfarbe werden von den Thailändern als Farang bezeichnet. Umgangssprachlich wandelt sich das Wort Farang zu Falang. Thailänder, nicht nur hier im Norden, haben Probleme mit der Aussprache gewisser Laute bzw. Lautfolgen. Der Buchstabe R wird gerne als L ausgesprochen.

    Menschen mit sehr dunkler Hautfarbe (z. B. Afrikaner) werden als Falang Damm bezeichnet. Damm wollen Thailänder überhaupt nicht sein, doch das ist ja schon wieder ein anderer Blogeintrag.

    Häufige Erklärungen gehen davon aus, dass Falang zuerst die Franzosen bezeichnete, welche als Europäer frühen Kontakt nach Thailand hatten.
    Andere Erklärungen legen das persische Wort farangg zugrunde, welches von den Hindus in Indien farangi gesprochen wird. Die Perser hatten wesentlich früher Kontakt zu Europäern als die Thailänder.

    Falang hegen in Thailand überwiegend ein hohes Ansehen. Selbst wenn sie sich nicht immer an die thailändischen Gebräuche und Gewohnheiten halten.

    Falang entsprechen weitgehend dem thailändischen Schönheitsideal. Thailänder wollen eine helle Hautfarbe und wenden einige Mühe dafür auf, ihre Haut hell zu gestalten.

    Falang haben nach thailändischer Ansicht schöne Nasen. Während asiatische Nasen in der Nähe der Nasenwurzel einen “Knick” nach innen aufweisen, sind die Nasen der Falang in der Regel gerader und setzen weiter oben, direkt unter den Augenbrauen an. Die “Delle” in der Nase neugeborener Kinder in Thailand wird schon mal regelmässig nach aussen massiert, oder besser gesagt, gezogen, um dem Schönheitsideal entgegenzukommen.

    Falang sind für thailändische Verhältnisse sehr wohlhabend. Allein ihr massenhaftes Erscheinen in Thailand zeigt ihren Wohlstand, da sie es sich leisten können eine sehr weite Reise anzutreten. Falangs können sich vieles leisten, was hier auf dem Lande für die meisten Thais unerschwinglich ist. In teuren Hotels wohnen, Touren unternehmen, Autos mieten, usw. Es lässt sich gar nicht so einfach vermitteln, dass viele Falangs die hierher kommen, ein ganzes Jahr oder länger sparen, um sich zwei, drei oder vier Wochen lang eine schöne Zeit zu machen. Wie man auch immer argumentiert, sehr viele Falangs die hierher kommen sind tatsächlich viel wohlhabender als die meisten Thailänder. Hier im Dorf Phangnam gehen Menschen in das fast 900 km entfernte Bangkok, weil sie dort mit 10 000 Baht (ca. 214 Euro) im Monat wesentlich mehr verdienen als hier in der Gegend. In diesem Land der schnellen Entwicklung und Gegensätze gibt es natürlich auch einen Teil von Thailändern, der über wesentlich mehr Geld verfügen, als die meisten Landsleute.

    Leider exisitert in Thailand, wie in vielen anderen Ländern, unter einem nicht geringen Teil der Bevölkerung, ein merkwürdiges Menschenbild. Wer wohlhabend ist, ist auch angesehen. Dieses Bild bezieht sich auf alle Menschen, egal ob Thai oder Falang. Falangs müssen sich schon extremes Fehlverhalten leisten bis ihr Ansehen leidet.

    Ein Fehlverhalten der Falangs, das aber toleriert wird, ist die lässige Kleidung. Wer mit T-Shirt und kurzer Hose herumläuft ist als Falang nicht standesgemäss gekleidet. Wer so gut betucht ist, muss sich doch schicke Kleidung leisten können… Falangs sind aber überwiegend zum Urlaub hier und wollen deshalb bewusst locker gekleidet sein. Zudem verleiten die Temperaturen in Thailand (meist über 30 Grad C am Tage) dazu, leichte Kleidung zu bevorzugen.

    Geht der Falang zu einer thailändischen Behörde, z.B. um das Visum zu verlängern, einen Antrag stellen u.ä., sollte er besser lange Hosen und frisch gebügeltes Hemd anziehen. Die Chancen einer freundlichen Bedienung steigen.

    Falang heisst übrigens auch eine Frucht, die Guave. Die Kartoffel heisst Man Falang.

    Ähnliche Beiträge:

    5 Kommentare »

    1. Hallo Falang, Du kleines Früchtchen schreibt:

      […] einem früheren Beitrag habe ich erläutert, was Falang bedeutet. Auch, dass nicht nur Menschen so bezeichnet werden. Es gibt Früchte in Thailand die […]

      12. Oct. 2007 | #

    2. Hallo ich heisse Tommy schreibt:

      […] ist kein thailändischer Hundename. Es sollte ein Falang-Name sein. Ich habe für die Namenswahl berücksichtigt, dass der Namen für Thailänder sprechbar […]

      17. Oct. 2007 | #

    3. farang schreibt:

      wie mir bekannt ist, bezeichnen die thais den farang, als gastarbeiter ????

      21. Aug. 2011 | #

    4. klaus schreibt:

      Gastarbeiter scheint mir doch sehr unwahrscheinlich. Wer wird als Gastarbeiter bezeichnet? Die Erfahrung sagt, das sind Personen die in einem anderen Land mehr Geld verdienen als in der Heimat. Davon abgesehen, dürfte die Menge der Farangs die sich in Thailand aufhalten, keine Arbeitserlaubnis erhalten und auch nicht über das passende Visum verfügen.

      Allen anderen ist es gar nicht gestattet in Thailand zu arbeiten. Selbst wenn trotzdem hin und wieder ein Nebenjob angenommen wird, ist das keine Gastarbeit und wird nach meiner Erfahrung auch nicht so bezeichnet. Die meisten Farangs mit Jahresvisum sind über 50 und haben ein eigenes Einkommen. Häufig in Form einer Rente. Gastarbeit völlig unnötig. Als Gastarbeiter in dem Sinne, wie der Begriff in Deutschland verwendet wird, gelten eher viele Arbeiter aus Nachbarländern. Hier im Norden sind es vor allem Menschen aus Burma, die vor den politischen Verhältnissen in ihrem Land geflohen sind und sich von Thailand eine bessere Zukunft erhoffen.

      Diese Menschengruppen leben häufig in den Bergen entweder in eigenen Dörfern oder in Auffanglagern. Da diese Flüchtlinge eher selten eine thailändische Staatsbürgerschaft bekommen, haben sie in Thailand keine Rechte. Dennoch möchten diese Menschen einen klitzekleinen Lebensstandard. Etwas mehr als wenn man sich völlig ohne Geld nur von Früchten im Wald, von kargem landwirtschaftlichem Anbau ernährt. Angehörige dieser Bergvölker Akha, Lahu, Lisu usw. gehen hier für Löhne arbeiten, die weit unter dem Mindestlohn für Thailänder liegt. Die neue thailändische Regierung setzt sich übrigens für einen landesweiten Mindestlohn von 300 Baht (6,90 €) pro Tag ein.

      Häufig sind Thailänder aber auch Gastarbeiter. Nicht im eigenen Land, sondern in vielen anderen Ländern dieser Welt, wo sie mehr Geld bekommen als in ihrer Heimat.

      21. Aug. 2011 | #

    5. Vom Regen in die Traufe | Oonaversum - süsse Melancholie schreibt:

      […] *Mehr zur Erklärung der Begriffes „Falang“- bzw.  „Farang“ auf wikipedia.de. Ebenfalls ein sehr guter Blog, was das Ansehen von Falangs erklärt: http://www.falang-in-thailand.de/20070901/was-bedeutet-farang-oder-falang.htm […]

      1. Feb. 2013 | #

    Kommentar schreiben

    RSS-Feed für diese Kommentare. | TrackBack URI

    Translate this Page here!