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  • 27. Oct. 2007

    Krieg im Land des Lächelns. Klingt unglaublich, oder? Tatsache ist, dass fast täglich Menschen im Süden Thailands Opfer von Attentaten werden. Seit Beginn des Jahres 2004 sind mehr als 2600 Menschen im Guerilla-Krieg getötet worden. Die Zahl der Verwundeten dürfte deutlich höher liegen.

    Die drei südlichsten Provinzen in Yala, Pattani und Narathiwat sind von moslemischer Bevölkerung, malaysischer Nationalität dominiert. Buddhisten, welche in Thailand rund 95% der Bevölkerung darstellen, sind in diesen Provinzen eine ethnische Minderheit. Die Bevölkerung der an Pattani und Yala nördlich angrenzenden Provinz Songkhla ist eine Mischung aus Thais und Moslems.

    Pattani (damals einschliesslich Yala und Narathiwat) war früher ein malayisches Königreich welches an die Vorgägerstaaten Thailands Tribut entrichten musste. 1767 bis 1785 war diese Königreich selbständig, wurde dann aber wieder Siam (Seit 1945 Thailand) untergeordnet. 1909 wurde Pattani per Anglo-Siamesischem Vertrag an Thailand angeschlossen.

    Islamische Guerilla Gruppen begannen 2001 mit kriegerischen Aktionen die sich bis heute fortsetzen. Wer hinter den Aktionen steckt scheint unklar. Regionale Gruppen kommen ebnso in Betracht wie des Terrornetzwerk von Al Quaida. Hinter Anschlägen steckende Moslems sollen in Pakistan Ausbildung von Al Quaida empfangen haben. Auch Beziehungen zu kommunistischen Gruppierungen wurden ausgemacht. Wer tatsächlich hinter der terroristischen Gewalt steht, vermag niemand zu sagen. Seit Anfang 2004 herrscht Kriegsrecht in den drei südlichsten Provinzen Thailands.
    Attacken richten sich gegen Vertreter das thailändischen Staates bzw. Personen die als solche angesehen werden. Dazu gehören Polizisten, Soldaten und Lehrer. Auf Schulen wurden zahlreiche Attentate verübt. Sehr häufig werden Attentate auf Zivilpersonen verübt.

    Es wurden bereits zahlreiche Versuche unternommen, mit stärkerer Präsenz von Polizei und Miltär das Problem zu lösen. Sicherlich in solchen Fällen keine vernünftige Lösung. Die islamische Bevölkerung möchte z.B. ihreYawi-Sprache offiziell zugelassen sehen, möchte islamischen Unterricht. Islamische Personen haben andererseits in früheren Jahren den Weg in das thailändische Parlament geschafft. Ihre Stimmen bleiben leise, ihr Einfluss war gering. Die Wahlen 2005 beförderten 10 von 11 islamischen Politikern aus dem Parlament. Muslime welche nicht vollständig die thailändische Sprache beherrschen und das thailändische Bildungssystem akzeptieren, haben es schwer eine Ausbildung zu bekommen.

    2006 wurden erstmals Anschläge ausserhalb dieser Provinzen verübt. Am 16. September auf Shops in Hat Yai. In der Nacht vom 31. Dezember 2006 zum 01. Januar 2007 wurden 8 Explosionen in Bangkok gezählt. 8 Personen starben, 38 wurden verletzt. Die Initialien “IRK” einer in Afghanistan trainierten Guerilla-Einheit wurden an 3 Explosionsorten gefunden.

    Moslems sind über das gesamte Gebiet von Thailand verstreut angesiedelt. Meistens als Minderheit. In den 3 Südprovinzen stellen sie mit 85% die absolute Mehrheit der Bevölkerung. 95% aller in Thailand lebenden Personen sind Buddhisten. Muslims stellen mit 4.6% die zweitgrösste religiöse Gruppe dar. Christen, vorrangig Katholiken, repräsentieren 0.75% der Bevölkerung.

    Das sind die aktuellesten Anschläge von heute und ihre Opfer in den südlichen Provinzen:

    In Pattani, Thailand explodierte eine Bombe in der Nähe zweier Strassenrestaurants. Eine Frau wurde getötet, mindestens 14 Personen verletzt.

    Am frühen Morgen wurde die kopflose Leiche eines unbekannten Mannes gefunden. Der Fundort ist ein Dorf im Verwaltungsbereich Nong Chik, das für militante islamistische Aktionen bekannt ist.

    Ebenfalls heute explodierte eine Bombe zwischen einem Coffee Shop und einem Restaurant in der Provinz Narathiwat, Verwaltungsbezirk Rangae.

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