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  • 22. Oct. 2007

    Wie sieht eine typische thailändische Toilette aus? So global möchte ich die Frage gar nicht beantworten. Vielleicht habe ich ja noch gar nicht alle Formen einer Toilette kennengelernt. Es gibt Ausführungen, die ich als traditionelle thailändische Toiletten bezeichne und solche, die sich am westlichen Standard ausrichten. Ich zeige Euch einfach mal die Toilette, die ich täglich hier im Haus nutze.

    Thaländische Toilette

    Das Toilettenbecken ist relativ flach gehalten und hat keine Brille. Auf die beiden Verstärkungen an der Seite werden die Füsse gestellt. Dann geht man in die Hocke und tut das, was man auf einer Toilette so tut. In Deutschland ist das ziemlich out. In Thailand darf man als Mann vor dem Toilettenbecken stehenbleiben und im Stehen pinkeln.

    Am Toilettenbecken ist keine Spülung angeschlossen. Zum spülen gibt es die Tonne neben der Toilette, mit dem darin schwimmenden Wasserschöpfer. Eine Art Kasserolle aus Plastik.

    Fussboden und Wände (brusthoch) sind gefliesst. Das ist hier in der Gegend schon hoher Standard. Meistens gibt es nur graue Betonwände in Bad/WC. Wasser aus der Wasserleitung ist hingegen in allen Häusern, die ich von innen gesehen habe, vorhanden. Seit etwa 8 Jahren werden die Häuser von einem Wasserturm im Dorf über eine Wasserleitung aus blauen PVC-Rohren versorgt.

    Die Versorgung mit Wasser aus der Wasserleitung ist nicht konstant. Etwa ein bis zweimal pro Woche wird der Druck in der Wasserleitung sehr gering oder ist völlig verschwunden. Mit ein bissel Glück, tröpfelt noch ein kleines Rinnsal aus dem Wasserhahn. Mit etwas Geduld kann man die Wassertonne füllen und sich mit dem Wasserschöpfer das Wasser über den Körper giessen. Diese kleine Wasserreservoire ist natürlich auch dann nützlich, wenn gar kein Wasser aus der Leitung kommt. Das passiert meistens dann, wenn ich mich gerade duschen möchte.

    Thailändisches Wohnhaus Dusche mit Durchlauferhitzer

    Als ich im März hier eintraf gab es keinen elektrischen Durchlauferhitzer. “Duschen” fand ausschliesslich per Wassertonne und Wasserschöpfer statt. Die Wassertemperatur war so, wie es die Leitung gerade hergab. Herzlich erfrischend 😉

    Das Bad/WC hat kein Fenster. Steine mit Schlitzen übernehmen Funktionen eines Fensters. Man kann nach aussen schauen und es findet eine Luftzirkulation statt. Die Luftzirkulation wird auch über den oberen Teil des Raumes geregelt. Die Wände sind nicht raumhoch, es bleiben Öffnungen zwischen dem oberen Abschluss der Wände und dem Dach. Es fehlt die Helligkeit im Raum, weil all die Schlitze nicht soviel Licht einlassen, wie es ein Fenster kann.
    Hier ein Blick, hoch zur offenen Giebelseite:

    Thailändisches Wohnhaus - Duschraum, Blick zum Giebel

    Und  seitlich zu den Dachträgern, die im gemauerten Teil aus Stahlprofilen gefertigt wurden.

    Duschraum im thailändsichen Wohnhaus

    Der Raum für Bad/WC ist etwa 1,5 m X 1,5 m gross. Es gibt keinen Vorhang oder Trennwand. Damit ergibt sich eine angenehm grosse “Duschkabine”. Das Wasser läuft durch den Abfluss im Fussboden in eine Sickergrube. Abwasserleitungen sind im Dorf nich vorhanden.

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    6 Kommentare »

    1. Katrin schreibt:

      O je, die Toiletten scheinen keine Ischias- freundlichen Varianten zu sein. Ich habe mich wirklich gefragt, wie damit ältere Leute klar kommen. Aber immerhin Fliesen und nun auch wärmeres Wasser, das passt schon. 😉

      31. Oct. 2007 | #

    2. klaus schreibt:

      Eine gewisse Sportlichkeit ist für die Nutzung der Toilette angesagt 😉

      Wir Europäer sind eh recht ungelenkig im Gegensatz zu den Thailändern. Selbst mit längerer Übung und gutem Willen werden viele Europäer es nicht schaffen, die für Thailänder übliche, typische Sitzhaltung (ähnlich Lotussitz) am Boden, mit verschränkten Beinen zu erreichen (Ich meine jetzt nicht auf der Toilette).

      Diese Form der Toilette ist ausserhalb von Touristenzentren sehr verbreitet. Wer nur Hotels und Gaststätten besucht, die auf europäische Touristen ausgerichtet sind, kommt vielleicht gar nicht in den Genuss.

      Das Wasser lässt in den vergangenen Tagen wirklich sehr zu wünschen übrig. Es wird zum Glücksspiel einen Moment abzupassen, zu dem mal ausreichender Druck auf der Leitung ist um den Durchlauferhitzer anspringen zu lassen. Da ich nicht den ganzen Tag auf diesen Glücksmoment warten möchte, nutze ich Schöpfer und Wassertonne. Wenn ich dran denke dass diese Prozedur recht gesund ist, kann ich ihr sogar etwas Gutes abgewinnen 😉

      2. Nov. 2007 | #

    3. Politicsx schreibt:

      Hast du nicht vergessen zu erwähnen, dass man sich in Thailand normalerweise das Hinterteil nach dem Stuhlgang nicht mit Toilettenpapier abwischt, sondern den Wasserschlauch holt und alles ” wegspritzt”.
      Das finde ich im Gegensatz zu unseren Gepflogenheiten viel hygienischer, besonders wenn man die erhöhten Temperaturen bedenkt.

      17. Feb. 2008 | #

    4. klaus schreibt:

      Richtig. Soweit ein Wasserschlauch vorhanden ist. Sonst bleibt es bei dem Schöpfgefäss für Wasser. Für die meisten Thailänder gibt es hier keine Toilettenpapier-Tradition.

      Falangs können daraus lernen, sicherheitshalber etwas Toilettenpapier, das es hier selbst im kleinsten Laden zu kaufen gibt, mitzuführen.

      21. Feb. 2008 | #

    5. klaus schreibt:

      Noch eine Ergänzung zur spärlichen Wasserversorgung. Oben am Wat wird gerade ein neuer grosser Wasserturm gebaut. Die Chancen für eine stabilere Wasserversorgung stehen gut.

      21. Feb. 2008 | #

    6. Typisches thailändisches Wohnhaus - Blick in mein Schlafzimmer schreibt:

      […] Büro und Toilette/WC habe ich in füheren Beiträgen bereits vorgestellt. Nun gibt es einen Blick in mein Schlafzimmer. […]

      4. Dec. 2008 | #

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