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  • 18. Sep. 2008

    Moskitos sehen genauso unscheinbar aus wie Mücken. in den Tropen finden sich Exemplare unterschiedlicher Grösse. Für die Übertragung von Malaria ist der Typus Anopheles verantwortlich. Diese Moskitos erscheinen vor allem in den Abendstunden, aber gerne auch schon am Nachmittag “zum Kaffeetrinken”.

    Malaria kann sicherlich eine gefährliche, lebensgefährliche Krankheit sein. Sie kann aber auch relativ harmlos verlaufen, ähnlich wie eine Erkältung. Es besteht kein Grund zu übergrosser Ängstlichkeit wenn man einige Verhaltensregeln beachtet.

    Toristenzentren gelten im Allgemeinen als frei von Malaria. Dazu gehören Bangkok, Hua Hin, Pattaya, Phuket, Koh Samui. Chiang Mai und Chiang Rai werden oftmals ebenfalls als frei von Malaria erklärt. In Chiang Rai habe ich selbst gesehen wie auf öffentlichen Strassen gegen Malariaerreger mit der chemischen Keule gekämpft wurde. Selbst wenn die Stadtgebiete wirklich frei sein sollten und nicht nur als malariafrei gelten, kann es in der Umgebung schon anders aussehen. Wer gerne etwas vom Land sehen möchte, Treckingtouren unternimmt, Nationalparks besucht, Rafting oder Kanu-Touren auf dem Plan hat, Zelten im Freien usw. muss damit rechnen Moskitos zu begegnen, welche Malaria übertragen. Sämtliche Regionen an den Landesgrenzen zu den Nachbarstaaten Laos und Burma verfügen über ein höheres Potenzial für Malaria.

    Nach meiner Auffassung muss man überall in Thailand mit der Möglichkeit einer Malaria-Infektion rechnen. Regionen werden erst dann zum Malaria-Gebiet erklärt, wenn vermehrt schwere Fälle registirert werden. Viele Malaria-Erkrankungen werden aber gar nicht registriert, da es keinen schweren Krankheitsverlauf gibt. Menschen die in Malaria-Gebieten leben, erwerben eine gewisse Resisitenz gegen die Krankheit und zeigen nur leichte Symptome. Besucher aus nichttropischen Ländern tragen ein grösseres Risiko mit sich, an Malaria zu erkranken. Besonders gefährdet sind Kinder.

    Die ersten Symptome von Malaria zeigen sich etwa 10 bis 14 Tage nach dem Insektenstich. Typische Anzeichen sind: Fieber, Kältegefühl, Übelkeit. Aber auch noch Monate nach der Infektion ist ein Ausbruch möglich.

    Vorbeugene Massnahmen gegen Malaria

    Vor allem durch das persönliche Verhalten im Malaria gefährdeten Gebiet können wir aktiv etwas gegen die Erkrankung durch Malaria tun.
    Medikamentöse Vorbeugung bedeutet Chemoprophylaxe und ist nie frei von möglichen Nebenwirkungen. Sämtliche Medikamente sollten auf das Zielgebiet abgestimmt sein. Deshalb sollte man dafür einen erfahrenen Arzt oder das nächstgelegene Institut für Tropenmedizin konsultieren.

    Hier einige Worte zu medizinischen Wirkstoffen, die in Thailand zur Malariabekämpfung zum Einsatz kommen.

    Derzeit wird in Thailand als einziges Wirksames Mittel Artenusate angesehen. Artenusate ist ein Nebenprodukt von Artemisinin, welches in Kombination mit anderen Bestandteilen seit vielen Jahren zur Behandlung eingesetzt wurde. Zu 95% konnte damit wirksam Malaria bekämpft werden, Die Malariaerreger verschwanden innerhalb von 48 Stunden. Artemisinin wurde als Kombination mit anderen Wirkstoffen eingesetzt. Die WHO stellte das Nachlassen der Wirksamkeit der kombinierten Artemisinin Therapie fest. Die Wirksamkeit ist auf 90% gesunken.

    Artesunate sorgt derzeit sehr gut dafür, dass die Erreger in wenigen Tagen den Körper verlassen.
    Der Wirkstoff basiert auf einer u.a. in China und Thailand beheimateten Pflanze.
    Artemisia Anua (Quinhao) ist eine Pflanze welche in der traditionellen chinesischen Heilmedizin u.a. gegen Malaria eingesetzt wird. Aus Artemisia Anua wird Artenusate und Artemsinin gewonnen.
    Ob ein Tee aus Blättern dieser Strauchpflanze hilfreich gegen Malaria sein kann ist umstritten, da sich Experten nicht einig über die Löslichkeit der Substanzen sind.

    Eine höhere Wahrscheinlichkeit der Wirksamkeit wird mit Medikamenten erreicht, welche den Wirkstoff Artenusate enthalten. Empfehlenswert ist es, Malaria-Präparate in Deutschland besorgen. Obwohl in Thailand strenge Kontrollen der Medikamente angeordnet sind, bezweifle ich, dass der thailändische Markt frei von gefälschten Drogen ist. Der Süden Chinas ist nicht weit. Dort wurden in diesem Jahr grosse Mengen gefälschter Artenusate gefunden. 240 000 Packungen wurden bis zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits in Asien verkauft.

    Wie man sich gegen Malaria schützen kann habe ich bereits in einem früheren Beitrag beschrieben, auf den ich unten verweise.

    An dieser Stelle möchte ich ein Balsam erwähnen, das ich persönliche als sehr wirksam gegen Malaria empfinde. Das Balsam ist in Thailand in u.a. in kleinen Lebensmittelgeschäften und Drogerien erhältlich. Die kleinere Packung für 10 Baht enthält eine Metallschachtel. Die etwas grössere Packung für 20 Baht wird mit einem kleinen Schraubglas ausgeliefert. Es findet sich die englische Aufschrift “Golden Cup Balm”. Das Balsam enthält folgende Bestandteile: Pfefferminzöl, Menthol, Zimtöl, Eukalyptusöl, Gewürznelkenöl, Cajuputöl, Methyl Salicylate und Bestandteile um die Salbenkonsistenz herzustellen.

    Das Balsam wird hauchdünn auf freiliegende Hautpartien aufgetragen. Das Balsam ruft ein gemischtes Gefühl aus wärmend und kühlend auf der Haut hervor. Das Gefühl ist für mich relativ angenehm, die Salbe gut verträglich. Die Wirkung hält mehrere Stunden an. Eventuell ist bei nachlassender Wirkung ein zweiter Auftrag pro Abend sinnvoll.

    Nehmt es nicht persönlich, aber ziemlich wirkungsvoll ist eine gute Körperhygenie. In Thailand ist es häufig heiss, selbst einfache Bewegung, wie spazieren gehen im Freien, wird leicht zu einer schweisstreibenden Angelegeheit. Geschwitzte Haut stellt einen Moskito-Magnet dar. Besonders der Schweiss der Füsse wirkt unheimlich anziehend auf die Moskitos. Am späten Nachmittag kurz mal geduscht ist schon die halbe Miete um sich Moskitos von der Haut fernzuhalten.

    Siehe auch:

    Mittel gegen Moskitos – Kampf gegen Malaria, Denguefieber und Gelbfieber

    Moskitos verbreiten Malaria, Denguefieber und andere Krankheiten

    Websites:

    Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin: Malariaempfehlungen
    Malaria Journal
    Artemisia Annua
    Artesunate
    Institut für interdisziplinäre Medizin: Malaria
    gesundes-reisen.de: Malaria
    Wikipedia: Malaria

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