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  • 28. Feb. 2009

    Es ist Trockenzeit. Die Teakholzbäume haben ihre riesigen Blätter abgeworfen, das Gras wandelt sich zu trockenem Stroh. Die Tageshöchsttemperaturen liegen über 35 °C. In dieser Zeit wird besonders häufig verbrannt. Trockenes Laub und Hausmüll, Stroh und Abfälle. Alles was irgendwie weg muss kommt in das Feuer. Müllentsorgung gibt es nur in grösseren Gemeinden. Die Vielzahl der kleinen Landgemeinden muss zusehen, wie sie ihren Dreck wegbekommt.

    Traditionell wird alles verbrannt, was nicht anders entsorgt werden kann. Dazu gehören u.a. alte Schuhe und alte Kleidung, Möbel aus gepressten Spanplatten, gebrauchte Batterien, gebrauchte Spraydosen usw. Auch Plastik aller Art, das nicht auf andere Weise wegzuschaffen ist. Das Stroh auf den Reisfeldern wird traditionell grossflächig abgebrannt. Die illegale Brandrodung der Wälder in den Bergen sorgt ebenfalls für Rauchpartikel in der Luft.

    Wann hat es das letzte Mal geregnet? Die genaue Erinnerung fällt schwer. Es mag irgendwann zum Ende des vorigen Jahres gewesen sein. Im November, im Dezember? Wer weiss… Längst ist jegliche Feuchtigkeit aus der roten Erde von den heissen Sonnenstrahlen herausgebrannt worden. Die Erdschollen brachen zu Beginn der Trockenzeit in bizarren Mustern auf. Nun rieselt der Boden zu einer einheitlichen Sandwüste zusammen. Jede Berührung mit dem Erdboden verursacht Staub. Fusstritte wirbeln leichte Staubwolken auf, Fahrzeuge ziehen einen dichten Schleier hinter sich her, sobald es über unbefestigte Fahrwege geht. Feiner Staub dessen Wolken sich nur langsam legen.

    Das Kratzen im Hals ist in diesen Zeiten keine Krankheit. Die Grippewelle vom Jahresbeginn ist überwunden. Husten kehrt wieder. Die Ursache liegt in der Luft. Staub und Smog gemeinsam bilden ein Gemisch, welches man nicht mit dem Messer zerschneiden kann. Wind gibt es so gut wie nicht, die Dunstglocke steht fest wie angenagelt.

    Die Zeitung berichtet von Überschreitungen der Grenzwerte für Staubpartikel in vielen nördlichen Regionen. In der Region Chiang Rai ist mit 143 Microgramm/m³ der in Thailand für gesundheitlich zulässige Grenzwert von 120 Microgramm/m³ deutlich überschritten. In Chiang Mai wurden 129 in , Lampang 137 Microgramm/m³ gemessen.

    Zahlen sind relativ. Ein Blick in die Luft zeigt sehr viel deutlicher das Problem.

    Aus dem Bürofenster ist normalerweise deutlich ein bewachsener Felsen zu sehen.
    Blick aus dem Fenster Thailand

    Seit einigen Tagen muss man sich sehr anstrengen um den Felsen auszumachen. Es schimmert nur die Silhouette des Felsens durch die Dunstglocke.

    Smoke in Nordthailand

    Die königlichen Regenmacher haben das Problem von Dürre und Smog dem König von Thailand vorgetragen, der darauf seine Besorgnis ausdrückte. Der König wünscht, dass das Problem schnell gelöst wird. Die Regenmacher möchten dafür den “Super King Air” einsetzen, ein Flugzeug zum Regenmachen. Derzeit wird das Flugzeug in Hua Hin und Umgebung eingesetzt. Dicht bei Hua Hin befindet sich eine häufig genutzte Residenz des thailändischen Königs. In der Nähe von Hua Hin findet an diesem Wochenende auch das südostasiatische Gipfeltreffen ASEAN statt. Für den nächsten Monat (März) wird der Einsatz des königlichen Flugzeuges im Norden erwartet. Eine genauere Terminstellung ist nicht bekannt.

    Aufmerksame Beobachter stellen fest, jedes Jahr zur Trockenzeit legen sich dichte Nebelschwaden über den Norden Thailands. Siehe dazu auch die Beiträge über nachfolgende Verweise:

    Der Berg brennt – Giftiger Nebel im Norden Thailands
    Vom giftigen Nebel zu klarer Luft
    Die Regenmacher kommen – Es wird heiss in Thailand

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