• Kategorien

  • Archiv

  • 13. Mar. 2009

    Ein riesiges Gebiet, weitaus grösser als das Goldene Dreieck, ist mit Feuerwalzen durchsetzt. Die Rauchschwaden und die verursachenden Feuer sind so gross, dass sie bequem aus dem Weltraum betrachtet werden können. Die NASA hat ein Foto veröffentlicht, auf dem viele Feuer deutlich erkennbar sind. Die Rauchschwaden legen dicke Nebel über Teile der Länder Burma, Laos und Thailand.

    Das Foto wurde am 9. März 2009 mit dem Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) vom NASA Aqua Satellit aufgenommen. Es mag eine Fläche von ca. 500 x 350 km umfassen.

    feuer-und-smog-burma-thailand-laos

    Ja, die roten Punkte sind Brände. Während der Trockenzeit werden die Stoppeln der Reisfelder abgebrannt, Unterholz ausgelichtet. Es ist normal an den Strassenrändern schwarze Streifen verbrannten Grases zu sehen. Diese werden aber kaum im All sichtbar sein.

    Während ich schreibe unterbreche ich kurz, um eine kleine Erfrischung unten aus dem Kühlschrank zu holen. Aus der geöffneten Bürotür beobachte ich intensives Feuer, das sich über den gegenüberliegenden Berg wälzt. Das knacken brennenden Holzes ist deutlich zu hören, der rote Feurerschein lodert hoch durch die dunkle Nacht. Brandgeruch liegt eh in der Luft. An den Abenden zuvor konnte ich ebenfalls Feuer beobachten. Keines war so nahe und lodernd wie dieses heute. Obwohl die Häuser im Dorf überwiegend aus Holz gebaut sind, gibt es keine Anzeichen von Unruhe. Das Feuer ist immer noch zu weit weg um auch nur einen Hauch von Unruhe unter den Dorfbewohnern verbreiten zu können. Ob es eine Dimension hat um auf dem NASA-Bild wahrgenommen zu werden?

    Ich versuche ebenso cool zu bleiben wie die Dorfbewohner, aber so richtig will das nicht gelingen. Die Gedanken drehen sich um diese Smoke- und Smogwolke, die nun schon seit Wochen den Norden Thailands fest im Griff hat. Das Kratzen in der Lunge zeugt von der immensen Belastung des menschlichen Körpers. Die Luftqualität hat längst die Grenzen der Unbedenklichkeit überschritten.

    Im Radio wird über die Gefährlichkeit des Dunstglocke berichtet, lasse ich mir erzählen. Die Menschen werden aufgefordert, keine Feuer zu machen, keine Hausmüll zu verbrennen. Die Einsicht der Menschen ist dennoch selten zu gewinnen. Was man immer so gemacht hat soll plötzlich falsch sein? Die Feuerchen der Menschen auf oder vor ihrem Gehöft scheinen verschwindend klein, gegen die Wald und Dschungelbrände hier in der Umgebung, im ganzen Norden Thailands, in Burma und Laos, in Südchina, Vietnam und Indien.

    Die Hilfe der königlichen Regenmacher ist hier bisher nicht angekommen. Die Trockenheit bleibt, die undurchdringliche Luft schränkt die Blickweite täglich mehr ein. Tagsüber ist es kein Problem in die Sonne zu schauen. Die Augen werden nicht stärker belastet, als bei einem Blick zum Mond. Sonnenbrillenverkäufer machen wahrscheinlich schlechte Zeiten durch.

    Siehe auch Beitrag:
    Staub und Smog legen dichte Schwaden über den Norden Thailands

    Website NASA:
    NASA – World Fire and Smoke Images

    Ähnliche Beiträge:

    3 Kommentare »

    1. Regen lockert die Dunstglocke schreibt:

      […] Etwas Dunst gehört zu dieser Jahreszeit in dieser Ecke der Erde dazu. Im Beitrag vom 13.März (Das Goldene Dreieck unter Feuer) habe ich die Situation beschrieben. In diesem Jahr wuchs das Smog-Problem auf ein weitaus höheres […]

      20. Mar. 2009 | #

    2. Bantak schreibt:

      Mich wuerde interessieren, wie man an solche Satellitenaufnahmen kommt. Kannst Du mir da helfen?

      31. Jul. 2009 | #

    3. klaus schreibt:

      @Bantak: Am Ende des Beitrages habe ich auf die Website der NASA verwiesen, von der die Aufnahme stammt.

      31. Jul. 2009 | #

    Kommentar schreiben

    RSS-Feed für diese Kommentare. | TrackBack URI

    Translate this Page here!